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Weinarten

Weißwein - Spritzig, fruchtig, frisch!

Nach der Weinlese werden die weißen Trauben meist zunächst entrappt (das heißt von den Stielen getrennt) und die Beeren werden gequetscht. Es entsteht die sogenannte Maische. Für die Weißweinbereitung wird die Maische entweder direkt oder nach einer kurzen Standzeit abgepresst. Dadurch erhält der Winzer den Most, der noch Trubstoffe enthält. Dieser Most wird in Tanks oder Fässern gelagert und beginnt dort zu gären. Die Gärung wird durch Hefen, die natürlicher Bestandteil der Trauben und des Saftes sind oder auch als Reinkulturen zugesetzt werden, in Gang gesetzt. Dabei wird aus dem Fruchtzucker der Trauben Alkohol und Kohlensäure gebildet. Eventuell nicht vergorener Zucker verbleibt im Wein und wird als Restzucker bezeichnet.

Nahezu 140 Rebsorten werden in Deutschland angepflanzt. Große Marktbedeutung besitzen etwa zwei Dutzend, allen voran der Riesling und der Müller-Thurgau, auch Rivaner genannt. Auf diese entfallen mehr als ein Drittel der 103,079  Hektar Rebfläche. Das Weinbauland Deutschland, das zu 67% Weißwein und zu 33% Rotwein erzeugt, erstreckt sich von der Elbe bis zum Bodensee. Folglich gibt es fast lupenreine Weißweingebiete wie an Mosel, Saar und Ruwer.

Rotwein - Kräftig, samtig, voluminös!

Auch bei den Rotweinen werden die roten Trauben direkt nach der Ernte in den meisten Fällen entrappt. Durch diese Maßnahme wird ein unerwünscht hoher Gerbstoffanteil vermieden. Im Gegensatz zu der Vorgehensweise bei den Weißweinen, werden die rot gekelterten Weine als Maische vergoren oder kurz erhitzt. Der entstehende Alkohol oder die Erwärmung lösen die Farbpigmente aus den Beerenhäuten.

Rund ein Drittel der deutschen Rebfläche ist mit roten Sorten bestockt. Die größte Rotweinproduktion haben inzwischen die beiden größten deutschen Anbaugebiete Rheinhessen und die Pfalz. Außerdem sind noch weitere Signale auszumachen: die Hinwendung zu den Burgundersorten und die Renaissance der klassischen Rebsorten. So steht der Spätburgunder bei den Rotweinsorten an der Spitze. Klassiker wie Portugieser, Schwarzriesling, Lemberger oder Saint Laurent spielen weiterhin eine große Rolle. Dazu haben sich neuere Sorten wie Dornfelder, Regent und Merlot etabliert. 

Rose, Rotling & Schillerwein

Nicht jeder roséfarbene Wein wird auch als „Rosé“ bezeichnet. Man findet ebenso häufig den Begriff „Weißherbst“, der von der Verarbeitung der roten Trauben wie beim Weißwein herrührt. Beim Weißherbst findet man immer eine Rebsortenangabe auf dem Etikett. Mittlerweile werden beide Begriffe synonym verwendet, da sie sich in der Herstellung nur unwesentlich unterscheiden.Beiden gemeinsam ist, dass sie aus Rotweintrauben hergestellt jedoch wie Weißweintrauben verarbeitet werden. Durch ihre Leichtigkeit und Frische sind die deutschen Rosés nicht nur hervorragend als Sommerweine geeignet, sie sind zu jeder Saison die unkomplizierten Begleiter bei geselligen Anlässen. Dies haben auch die Verbraucher erkannt. Sie haben Rosé und Weißherbst zu ihren Favoriten erklärt und kaufen mit steigender Tendenz Produkte aus deutschen Kellern.

Der Rotling – ein besonderer roséfarbener Wein – entsteht durch die gemeinsame Kelterung von Rotwein- und Weißweintrauben. „Badisch Rotgold“ ist ein Rotling aus Baden, der ausschließlich aus Grauburgunder- und Spätburgundertrauben bereitet wird. Der Grauburgunder muss in der Mischung den höheren Anteil haben.

Der „Schillerwein“ ist ein traditioneller Rotling aus dem Anbaugebiet Württemberg. Für seine Herstellung sind keine besonderen Rebsorten vorgeschrieben. Seinen Namen erhielt er vermutlich nicht von dem Dichter Friedrich Schiller, sondern aufgrund der schillernden Farbe des Weins.

Quelle: Deutsches Weininstitut, www.deutscheweine.de